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Totale Mondfinsternis am 15. Juni 2011

totale Mondfinsternis

Totalität der Mondfinsternis vom 9. November 2003.

Am Abend des 15. Juni 2011 ereignet sich eine totale Mondfinsternis, deren zweite Hälfte vom deutschsprachigen Raum aus beobachtbar ist. Bei fortgeschrittener Dämmerung und eintretender Dunkelheit steht der verfinsterte Mond noch sehr dicht über dem Horizont. Diese Finsternis ist eine der längsten überhaupt, da der Mond nahezu exakt durch die Mitte des Kernschattens der Erde läuft, und sie ermöglicht interessante Beobachtungen und Fotomotive.

Die Mondfinsternis nimmt folgenden Verlauf (alle Zeiten in MESZ):

Ereignis Uhrzeit
Eintritt des Mondes in den Halbschatten 19h23m
Eintritt des Mondes in den Kernschatten 20h23m
Beginn der Totalität 21h22m
Mitte der Finsternis 22h13m
Ende der Totalität 23h03m
Austritt des Mondes aus dem Kernschatten 0h03m
Austritt des Mondes aus dem Halbschatten 1h02m

Quelle: Kosmos Himmelsjahr 2011, S. 18, Kosmos Verlag, Stuttgart

Der Ein- und Austritt aus dem Halbschatten sind für das bloße Auge generell unbeobachtbar, werden hier jedoch der Vollständigkeit halber aufgeführt. Im deutschsprachigen Raum steht der Mond beim Eintritt in den Kernschatten noch unter dem Horizont. Da der Vollmond relativ dicht über dem Horizont nicht so stark überstrahlt wird, ist die Halbschattenfinsternis die ersten ca. 15 Minuten nach dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten nach Erfahrung des Autors besonders gut zu beobachten.

Die folgende Tabelle gibt für 20 Städte im deutschsprachigen Raum die Zeiten für den Sonnenuntergang und Mondaufgang an:

Stadt Mondaufgang Sonnenuntergang
Kiel 21h47m 21h55m
Hamburg 21h43m 21h50m
Berlin 21h22m 21h31m
Hannover 21h36m 21h44m
Köln 21h40m 21h47m
Kassel 21h32m 21h39m
Leipzig 21h20m 21h28m
Dresden 21h13m 21h21m
Erfurt 21h24m 21h31m
Frankfurt/Main 21h29m 21h36m
Fürth 21h16m 21h24m
Saarbrücken 21h32m 21h39m
Stuttgart 21h20m 21h28m
Augsburg 21h11m 21h19m
München 21h07m 21h15m
Linz 20h57m 21h05m
Wien 20h48m 20h56m
Innsbruck 21h04m 21h12m
Zürich 21h16m 21h24m
Bern 21h19m 21h26m

Daten errechnet mit Calsky (www.calsky.de).

Beobachtung

Für eine erfolgreiche Beobachtung ist ein erhöhter Standort mit freier Sicht in Richtung Osten und Südost erforderlich. Mit fortschreitender Abenddämmerung wird sich der verfinsterte Mond allmählich vom dunkler werdenden Himmel abheben. Der genaue Zeitpunkt des Beginns der Sichtbarkeit nach Sonnenuntergang lässt sich nicht vorhersagen: Da die Helligkeit des verfinsterten Mondes vom Zustand der Erdatmosphäre abhängt, kann er relativ schnell sichtbar werden, oder aber erst bei fortgeschrittener Dämmerung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Mond während der gesamten Totalität innerhalb der horizontnahen Dunstschichten aufhält. Gegen Ende der Totalität erreicht der Mond beispielsweise in Frankfurt/Main knapp zehn Grad Horizonthöhe, die eine bessere Durchsicht versprechen. (Datenquelle: CalSky: www.calsky.de)

Der Beginn der Totalität fällt je nach Standort bis auf plus/minus ein paar Minuten mit dem Mondauf- und Sonnenuntergang zusammen. Lediglich im äussersten Südosten (beispielsweise in Linz) könnte bei perfekter Durchsicht am Horizont abhängig von der Helligkeit des Mondes im Kernschatten die gesamte Totalität zumindest theoretisch eben noch beobachtbar sein (siehe Tabellen oben). Da der total verfinsterte Mond verglichen mit dem unverfinsterten Vollmond extrem dunkel ist, dürfte dies in Anbetracht der horizontnahen Dunstschichten jedoch kaum möglich sein.

Mit fortschreitender Dämmerung bietet der dunkelrot gefärbte Mond vor dem tiefblauen Dämmerungshimmel ein beeindruckendes Naturschauspiel. Für die Beobachtung eignen sich Ferngläser und kleine Teleskope mit schwacher bis mittlerer Vergrößerung: Aufgrund der horizontnahen Dunstschichten und dort verstärkt auftretenden Luftturbulenzen können hochauflösende, große Teleskope ihr Plus an optischer Leistung bei dieser Finsternis kaum ausspielen, da der Mond während der gesamten Finsternis relativ dicht über dem Horizont steht. Erst kurz vor dem kompletten Austritt aus dem Kernschatten kommt der Mond in Bereiche, in denen die horizontnahen Dunstschichten etwas weniger störend sind.

Für die Totalität eignen sich schwache Vergrößerungen grundsätzlich besser, da der dann ohnehin relativ dunkle Mond heller erscheint als mit hohen Vergrößerungen.

Fotografie

Für die Fotografie dieser Mondfinsternis bietet es sich aufgrund der Gegebenheiten an, mit kurzen bis mittleren Brennweiten Stimmungsaufnahmen des Mondes über dem Horizont bzw. mit Vordergrundmotiven anzufertigen. Hierfür genügt eine übliche Kamera mit einem stabilen Stativ sowie Kabel- oder Selbstauslöser. Eine Nachführung ist dann nicht erforderlich. Bei Brennweiten über ca. 200-300 Millimeter (je nach Helligkeit des Mondes während der Totalität) empfiehlt sich während der Totalität die Verwendung einer motorischen Nachführung, da der Mond zur Finsternismitte relativ dunkel erscheinen kann und die horizontnahen Dunstschichten den verfinsterten Mond zusätzlich abdunkeln.

Für den Austritt aus dem Kernschatten ist keine Nachführung erforderlich, da der sich außerhalb des Kernschattens befindliche Mond bereits relativ hell ist.

Weiterführende Artikel:

Beobachtung von Monsfinsternissen

Fotografie von Mondfinsternissen auf meiner Schwesterseite www.AstroPlatz.de

www.mondfinsternis.net/mofi2011t1/index.htm