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Venustransit am 6. Juni 2012

Venustransit am 6. Juni 2012

Venustransit vom 8. Juni 2004 in Berlin bei leicht bewölktem Himmel.

In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni wandert Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe vorbei. Bei einem Transit erscheint die Venus als winziges, schwarzes kreisrundes Scheibchen vor der Sonne. Der Transit vom 6. Juni ist in seiner Endphase im deutschsprachigen Raum nach Sonnenaufgang zu beobachten.

Venustransits vor der Sonne sind extrem seltene astronomische Ereignisse. Der letzte fand am 8. Juni 2004 statt und war in voller Länge in Mitteleuropa beobachtbar. Der nächste Venusdurchgang wird erst im Jahr 2117 stattfinden.

Augenschutz

Bei der Beobachtung eines Transits gelten generell die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei der Sonnenbeobachtung allgemein. Eine gefahrlose Beobachtung mit dem ungeschützten Auge ist nur unmittelbar nach Sonnenaufgang möglich. Eine Beobachtung mit dem Fernglas oder Teleskop würde auch bei Sonnenaufgang zu bleibenden Augenschäden bis hin zur Erblindung führen. Auf dieser Seite finden Sie ausführliche Hinweise zur sicheren Sonnenbeobachtung. Die Lektüre dieser Vorsichtsmaßnahmen wird dringend empfohlen!.

Kontaktzeiten

Für 50° Nord und 10° West (entspricht ungefähr der Position von Frankfurt am Main) gelten die folgenden Kontaktzeiten in MESZ. Innerhalb des deutschsprachigen Raumes sind die lokalen Zeitdifferenzen zur Beobachtungsplanung vernachlässigbar.

1. Kontakt: Unbeobachtbar

2. Kontakt: Unbeobachtbar

Mitte des Transits (größte Annäherung an den Sonnenmittelpunkt): Unbeobachtbar

3. Kontakt: 6h37m32s

4. Kontakt: 6h55m03s

(Quelle: Kosmos Himmelsjahr 2012, Kosmos Verlag Stuttgart, Seite 16)

Die Tabelle gibt die Zeiten für den Sonnenaufgang für 20 Städte im deutschsprachigen Raum an.

Venustransit 6. Juni 2012
Stadt Sonnenaufgang
Kiel 4h48m
Hamburg 4h53m
Berlin 4h45m
Hannover 5h02m
Köln 5h20m
Kassel 5h08m
Leipzig 4h56m
Dresden 4h52m
Erfurt 5h03m
Frankfurt / Main 5h17m
Fürth 5h11m
Saarbrücken 5h28m
Stuttgart 5h21m
Augsburg 5h16m
München 5h15m
Linz 5h03m
Wien 4h55m
Innsbruck 5h19m
Zürich 5h30m
Bern 5h36m

Daten berechnet mit Calsky (www.calsky.de).

Verlauf

Da sich Venus bei ihrer unteren Konjunktion rückläufig bewegt, wandert sie bei einem Transit von Ost nach West über die Sonnenscheibe. Ein Venustransit wird in seinem Verlauf in vier Kontakte gegliedert:

1. Kontakt: Die Venus berührt den östlichen Sonnenrand von außen. Dieses Ereignis ist mit dem ersten Kontakt einer Sonnenfinsternis vergleichbar.

2. Kontakt: Die Venus berührt den Sonnenrand von innen und löst sich dabei vom Sonnenrand ab.

3. Kontakt: Die Venus berührt den gegenüberliegenden westlichen Sonnenrand von innen.

4. Kontakt: Die Venus berührt den westlichen Sonnenrand von außen und verlässt gleichzeitig die Sonnenscheibe. Der Transit ist beendet.

Wenn der erste Kontakt beobachtbar wird, ist er streng genommen bereits vorbei, da die entstandene Delle eine Mindestgröße benötigt, um sich gegen das seeingbedingte Flimmern am Sonnenrand durchzusetzen. Der exakte erste Kontakt ist also unbeobachtbar.

Beim zweiten Kontakt tritt das sog. Phänomen des „Schwarzen Tropfen“ auf. Direkt beim zweiten Kontakt bildet sich eine tiefschwarze Brücke zwischen Venus und innerem Sonnenrand aus, die dem Planet kurzzeitig ein tropfenförmiges Aussehen verleiht. Die Brücke löst sich wieder auf, und Venus befindet sich dann schon ein kleines Stück vom Sonnenrand entfernt. Der exakte zweite Kontakt ist also auch unbeobachtbar. Die Ursache für diesen Effekt ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich spielen hierbei Beugungseffekte in Teleskopen eine entscheidende Rolle, da der Effekt von Teleskop zu Teleskop offenbar verschieden stark ausfällt.

Der Dritte Kontakt läuft genau wie der zweite Kontakt, jedoch in umgekehrter Reihenfolge, ab.

Beim vierten Kontakt verlässt die Venus den äußeren westlichen Sonnenrand. Es ist der einzige Kontat, der nahezu exakt beobachtbar ist.

Beobachtung

Für eine erfolgreiche Beobachtung des Transits wird eine freie Horizontsicht in Richtung Nordosten benötigt. Ein erhöhter Standort ist ideal. Als optische Geräte empfehlen sich Ferngläser und Teleskope mit einem sicheren Sonnenfilter.

Während des Transits ist die Venus mit jedem noch so kleinen optischen Instrument beobachtbar. Bereits mit dem bloßen Auge und einem Sonnenfilter erkennt man die Venus als kleinen, schwarzen Punkt. Jedes Fernglas zeigt die Venus vor der Sonne sehr deutlich. Um Venus als Scheibchen aufzulösen, sind kleine Teleskope mit schwachen Vergrößerungen empfehlenswert. Theoretisch müsste bereits ein Fernglas mit zehn- bis zwölffacher Vergrößerung, das stabil auf ein Stativ montiert ist, die Venus als kleine Scheibe erkennen lassen. Der Autor konnte die schmale Sichel der Venus in einem 10*50-Fernglas mit an einem Fensterrahmen angelehntem Arm mehrmals eindeutig erkennen. Der Anblick in einem kleinen Teleskop ist natürlich wesentlich beeindruckender.

Besonders eindrucksvoll wird die Beobachtung, wenn sich Sonnenflecken auf der Sonne befinden. Hierbei erkennt man auch, dass Sonnenflecken nicht schwarz, sondern dunkelgrau erscheinen.

Die Beobachtung der Kontakte zum Transitende gelingt am besten mit Teleskopen bei mittlerer bis starker Vergrößerung. Da die Sonne noch relativ nahe am Horizont steht, dürfte die Maximalvergrößerung vom Seeing (Luftflimmern) minimiert werden.

Fotografie

Der Sonnenaufgang mit Venus vor der Sonne stellt ein beeindruckendes Fotomotiv für mittlere bis starke Teleobjektive und kleine Teleskope dar. Ab ca. 300 Millimeter Brennweite wird Venus als kleines Scheibchen dargestellt. Man muss die aufgehende Sonne ohne Filter allerdings sehr knapp belichten, damit die relativ kleine Venus vom hellen Sonnenball nicht überstrahlt wird. Hierbei kann man horizontnahe Vordergrundmotive in das Foto mit einbinden, was eine eindrucksvolle Kulisse verspricht. Sehr beeindruckend ist auch die aufgehende Sonne über dem Meer.

Für Detailaufnahmen der Venus und des Schwarzen Tropfens benötigt man längere Brennweiten, die sich nur mit astronomischen Teleskopen realisieren lassen. Die Aufnahme mit Webcams und technisch verwandten Kamerasystemen verspricht hierbei beeindruckende Ergebnisse.

Sehr schöne und eindrucksvolle Fotomotive ergeben sich bei einem Transit in Kombination mit Spezialfiltern, die die Sonne im H-Alpha-Licht abbilden. Die Sonnenoberfläche ist hierbei extrem detailreich, und es lassen sich Protuberanzen fotografisch erfassen.

Hier gibt es eine Anleitung zur Fotografie der Sonne.

Weiterführende Links

eclipse.astronomie.info/transit/venus/? Hintergrundinformationen und Infos zum Transit

www.calsky.com/?Solartransit=& Seite vom CalSky Online-Planetarium zum Venustransit

www.venustransit.de Umfassende Infos und Links zum Venustransit 2012