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Komplettpakete

Inhalt
1. Einleitung
2. Astronomische Minimalausrüstung
3. Vorteile von Komplettpaketen
4. Nachteile von Komplettpaketen
5. Fazit

Für astronomische Beobachtungen werden neben der eigentlichen Optik eine ganze Reihe von Zubehörteilen benötigt. Aus diesem Grund liegt es aus praktischen, aber auch Marketinggründen nahe, Teleskop-Systeme als Komplettpakete anzubieten. Dieser Artikel behandelt die Vor- und Nachteile solcher Komplettsysteme.

Streng genommen muss man auch Dobson-Teleskope zu den Komplettsystemen zählen, da bei ihnen Teleskop und Montierung (die Rockerbox) ein zusammen hängendes System bilden.

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Astronomische Minimalausrüstung

Für erfolgreiche, erste astronomische Beobachtungen mit einem Teleskop ist folgende, minimale instrumentelle Ausrüstung erforderlich:

  • Optischer Tubus

  • Rohrschellen bzw. Befestigungsschiene

  • Montierung

  • Stativ

  • Okulare

  • Sucher bzw. Peiler

  • Ggf. Zenitprisma (bei Newton-Teleskopen nicht erforderlich)

  • Ausführliche Bedienungsanleitung (leider nicht selbstverständlich)

Bei einer solch umfangreichen Minimalausrüstung sind Angebote als Komplettpakete naheliegend.

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Vorteile von Komplettpaketen

Komplettpakete sind, sofern sie sinnvoll konzipiert und zusammengestellt sind, gerade für den Einsteiger praktisch. Mit einem solchen Paket erhält der Anfänger die benötigte Grundausrüstung in einem Kauf.

Der Anfänger erhält also im Idealfall ein "Rundum-Sorglos-Paket", zumindest für den Einstieg. Leider sind viele Komplettpakete nicht optimal zusammen gestellt. Im Abschnitt "Nachteile" wird auf die Nachteile einiger Systeme eingegangen.

Komplettsysteme sind in der Regel billiger, als wenn man die darin enthaltenen Komponenten einzeln kauft. Hier spielt neben dem Vorteil für den Verbraucher auch die Werbewirksamkeit, ein relativ preiswertes Gerät anbieten zu können, eine wichtige Rolle.

Bei Komplettgeräten treten erfahrungsgemäß auch weniger Lieferprobleme auf. Komplettpakete werden in der Regel bereits zusammen gestellt im Lager aufbewahrt und ausgeliefert. Werden die Teleskopkomponenten einzeln bestellt, kann man Pech haben, und man muss im Extremfall auf einige wenige Einzelteile mehrere Wochen warten, bevor man das System testen kann.

Einen Sonderfall der Komplettgeräte stellen katadioptrische Teleskope, in der Regel Schmidt-Cassegrains, dar, die mit einer zweiarmigen Gabelmontierung fest und untrennbar verbunden sind. In diesem Fall können der optische Tubus und die Montierung sehr gut aufeinander abgestimmt werden. Das Resultat ist eine meiner Erfahrung nach extrem gute Stabilität des Gesamtsystems. Das gilt insbesondere bei azimutal montierten Systemen.

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Nachteile von Komplettpaketen

Diesen Vorteilen stehen allerdings auch einige Nachteile gegenüber.

Beginnen wir gleich im Anschluß mit den Nachteilen der eben angesprochenen (Doppel-)Gabel-Systeme. Die exakte Abstimmung auf eine Optik bringt den Nachteil mit sich, dass aufgrund des fixen Abstandes der Gabelarme die Optik nicht gegen eine andere ausgetauscht werden kann. In aller Regel ist damit auch die Auswahl der Stative sehr eng begrenzt. Man legt sich mit einem solchen Gerät also längerfristig auf eine bestimmte Optik fest. Auch die Montage eines zweiten optischen Systems, beispielsweise als Leitrohr, erfordert meist sehr viel bastlerisches Geschick.

Bei Komplettpaketen gilt für die Anbieter oft die Devise, "möglichst viel Fernrohr fürs Geld" anzubieten. Die Folge ist, dass man in aller Regel eine wirklich gute Optik erwirbt, die oft mit einer grenzwertig belasteten oder gar zu schwachen Montierung geliefert wird. Das gilt besonders für Systeme in der unteren Preisklasse und nahezu ausschließlich für "Kaufhausteleskope". Das Foto zeigt ein solches Kaufhausteleskop in Newton-Bauweise als typisches Beispiel für ein Komplettpaket der untersten Preisklasse. Hier besteht es aus dem optischen Tubus, einem kleinen Sucherfernrohr, einer Barlow-Linse im Okularauszug, einem Okular und einer in dieser Preisklasse üblichen unterdimensionierten Montierung.

Kaufhausteleskop

Foto mit freundlicher Genehmigung von Steffi Lake.

Komplettgeräte sind in der Regel als eine "Allround-Kompromißlösung" konzipiert, um einem möglichst großen Anwendungsspektrum gerecht zu werden. In der mittleren bis oberen Preisklasse wird das auch ganz gut realisiert. Möchte man sich jedoch auf ein Gebiet der Amateurastronomie spezialisieren, sollte man sich sein System aus Einzelkomponenten selbst zusammen stellen, um eine bestmögliche Leistung zu erhalten.

Das gilt besonders für Astrofotografie. Die Montierungen und vor allem Stative der Komplettpakete sind in aller Regel für die visuelle Beobachtung konzipiert. Sind die astrofotografischen Ambitionen höher gesteckt als Mond- oder Planetenfotografie mit Spiegelreflexkamera oder Webcam, sind die Stative und Montierungen von Komplettsystemen in der Regel nicht ausreichend.

Es bringt auch gewisse Nachteile mit sich, wenn alle Komponenten eines Komplettsystems vom gleichen Hersteller stammen. Jede Firma produziert einige sehr gute Komponenten, andere sind hingegen von durchschnittlicher Qualität. Möchte man bei allen Komponenten eine bestmögliche Qualität erzielen, ist es der bessere Weg, anhand von Erfahrungsberichten und einer kompetenten Kaufberatung die jeweils besten Produkte auszusuchen.

Ein Austausch einzelner Komponenten ist mitunter nicht möglich. Hier ist man oft auf die Kulanz und Kooperativität des Händlers angewiesen. Dass man eine einfache gegen eine höherwertige Komponente nur gegen Aufpreis austauschen kann, ist im Endeffekt verständlich. Beispielsweise enthalten die meisten Komplettgeräte nur ein Okular. Für vernünftige Beobachtungen werden jedoch mindestens drei Okulare benötigt, die den verfügbaren Bereich an Vergrößerungen abdecken.

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Fazit

Sinnvoll durchdachte Komplettpakete mit hochwertigen Bestandteilen sind für den Einsteiger eine ausgezeichnete Allround-Lösung. Der Anfänger erhält mit ihnen ein gutes Starterpaket mit allen für den Einstieg in die Himmelsbeobachtung benötigten Komponenten. Mit einer stabilen Montierung sind sie sehr gut nutzbar und können über Jahre hinweg Freude bereiten.

Letztendlich stellen Komplettsysteme auch immer in irgend einer Form einen Kompromiß in der Ausstattung dar. Fortgeschrittene Beobachter, insbesondere solche, die sich auf bestimmte Beobachtungsgebiete spezialisieren möchten, werden mit einem Einzelkauf der verschiedenen Komponenten ein ausgereifteres System erhalten.

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