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Der richtige Standort

Für eine erfolgreiche Himmelsbeobachtung ist die Wahl eines geeigneten Standortes genau so wichtig wie die Ausrüstung selbst: Das größte oder teuerste Teleskop kann seine Leistung nicht entfalten, wenn künstliche Beleuchtung den Himmel hoffnungslos aufhellt oder die Luftturbulenzen der benachbarten Straße jedes Planetenbild verschwimmen lassen.

Der ideale Beobachtungsplatz weist folgende Eigenschaften auf:

  • Möglichst dunkler Himmel:

    Für alle Bereiche der Amateurastronomie, ausgenommen Mond, Planeten und Finsternisse, ist ein im Idealfall absolut dunkler Himmel Grundvoraussetzung. Bei langen Belichtungszeiten in der Astrofotografie machen sich selbst geringe Aufhellungen des Himmels, die man visuell kaum oder noch nicht als störend wahrnimmt, in Form einer herabgesetzten Grenzgröße und Farbstichen bzw. einem nicht ganz schwarzen Bildhintergrund bemerkbar. Bereits der Halbmond macht langbelichtete Deep-Sky-Fotografie schwer bis unmöglich. Die meisten Objekte werden in so einem Fall auch bei visueller Beobachtung oft bis zur kompletten Unsichtbarkeit überstrahlt.

    Der Standort sollte also fernab von störenden Lichtquellen gewählt werden. Größere Städte beeinflussen mit ihrer Lichtverschmutzung die Qualität von Deep Sky-Beobachtungen im Umkreis von einigen Kilometern. Die Quellen von größeren Lichtverschmutzungen sollten sich nördlich des Beobachters befinden, da sich viele der interessantesten Objekte in südlicher Richtung befinden.

    Das Foto zeigt eine ca. 20 Minuten belichtete Strichspuraufnahme der Region Schwan/Leier unter subjektiv (absolut dunklen Himmel habe ich bis dahin noch nicht gesehen) dunklem Himmel. Die Milchstraße ist im unteren Bildteil mit den Dunkelwolken im Schwan sichtbar und war deutlich mit bloßem Auge zu erkennen. Die einzige Beleuchtung waren Straßenlaternen in ca. 30 Meter Abstand links von der Kamera. Im oberen Bildteil erkennt man eine deutliche bläuliche Aufhellung des Himmels, lichtschwache Objekte werden überstrahlt. Hierbei wird deutlich, dass bei Langzeitbelichtungen selbst scheinbar geringfügige künstliche Aufhellungen verheerende Auswirkungen auf die Bildqualität haben:

    Strichspuraufnahme mit Beleuchtung

  • Gute Durchsicht:

    Dunst und Staub in der Atmosphäre beeinflussen die freie Sicht in den Himmel beträchtlich. Bei dunstigen Himmel kann man trotz absoluter Dunkelheit lichtschwache Sterne und Deep-Sky-Objekte nicht erkennen. Staub und Dunst verursachen auch einen Schärfe- und Detailverlust bei Mond- und Planetenbeobachtungen: Das Licht dieser Objekte strahlt die Dunstschichten von hinten an, das Licht wird diffus gestreut.

    Die Dicke der Dunstschichten nimmt mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel ab. Beim Steigflug erkennt man aus einem Flugzeug ab etwa 2000 Metern Seehöhe, dass das Blau des Himmels sehr schnell eine intensivere Farbe bekommt, tief unter einem erkennt man die sehr dicht erscheinenden Dunst- und Staubschichten in der bodennahen Atmosphäre. Bereits auf Mittelgebirgen hat man einen enormen Gewinn an Durchsicht und Reinheit der Atmosphäre.

    In großer Höhe über dem Meeresspiegel sind also bei gleicher Ausrüstung bessere Resultate zu erwarten als auf dem Land. Aus diesem Grund stehen Großobservatorien auf möglichst hohen Bergen mit trockener Luft. Über und in der Nähe von Städten ist die Luft auch staubiger und dunstiger als auf dem Land fernab von Ballungsgebieten.

  • Ruhige Luft (gutes "Seeing"):

    Das Luftflimmern entsteht durch Turbulenzen zwischen verschieden dichten Luftschichten. An höher gelegenen Plätzen im Gebirge hat man also grundsätzlich eine ruhigere Luft zu erwarten.

    Auf dem Land oder in der Stadt sollten sich Wärmequellen wie Häuser, Straßen etc. nicht in unmittelbarar Nähe zum Beobachtungsstandort befinden. "Unmittelbar" bezieht sich in diesem Fall auf Luftturbulenzen, die auf kleinste Räume begrenzt sind, ähnlich wie bei einem Lagerfeuer, über dem man die Luftturbulenzen direkt sehen kann. Einige Meter Abstand zur Straße oder dem Gebäude, die sich idealerweise hinter dem Beobachter befinden, sind ausreichend.

    Bereits einige 10er Meter über dem Boden, zum Beispiel auf kleinen Anhöhen, ist das Seeing mitunter merklich besser, hier machen sich diese kleinräumigen Störungen kaum noch bemerkbar.

Die letzten beiden Punkte sind neben der richtigen Standortwahl auch vom Wetter abhängig: Nach einem ausgiebigen Regen ist die Luft auch auf Meereshöhe weitestgehend frei von Staub und Dunst, das Seeing ist in solchen Fällen jedoch häufig extrem stark.

Standorte in unmittelbarer Nähe zu Gewässern oder dem Meer sind ungeeignet: Von Gewässern steigt permanent Wasserdampf auf. Das erzeugt Turbulenzen von Luft verschiedener Temperatur und Dichte, die das Seeing drastisch verschlechtern. In unmittelbarer Nähe zur Meeresküste kann aus dem gleichen Grund die Luftfeuchtigkeit sehr schnell ansteigen oder sich gar Regen bilden. Die Folge von hoher Luftfeuchtigkeit kann Taubildung und im Winter Reif sein. Tau und Reif setzen sich an den optischen Elementen der Instrumente ab.

Ein guter Beobachtungsplatz befindet sich idealerweise fernab von großen Städten auf dem Land oder im Gebirge. Visuelle Beobachtungen und Astrofotos, die auf höheren Bergen entstanden, fallen in aller Regel sichtbar besser aus als von Standorten auf dem Flachland. Auch ein dunkler Platz auf dem Land verspricht sehr gute Ergebnisse. Eine Anhöhe kann störende Einflüsse von bodennahen Luftturbulenzen reduzieren.

Wer nur die Möglichkeit hat, in der Stadt oder ihrer unmittelbaren Umgebung zu beobachten, sollte nach Möglichkeit einen erhöhten Standort wählen und die unmittelbare Nähe zu Häusern, Straßen und Laternen meiden.

Ergänzender Artikel: Seeing